Ein Kommentar von Georg Erkinger:

Österreichs Wirtschaft schwächelt. Die Arbeitslosenzahlen steigen wieder stark an. Bei den Frauen gab es im Juni ein Plus von 11,3 Prozent. Ausgerechnet in dieser Situation tritt Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer eine Teilzeitdebatte vom Zaun und attackiert Teilzeitbeschäftigte.

Wenn man die budgetäre Situation betrachtet, so ist klar, dass der österreichische Staat ein Problem hat. Das kommt aber nicht dadurch zustande, dass die Menschen in Österreich immer fauler werden. Arbeit ist in Österreich sehr hoch besteuert, Unternehmensgewinne und große Vermögen sind es hingegen kaum. Die Politik der ÖVP geführten Regierungen der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass unser Steuersystem noch ungerechter geworden ist und ein immer größerer Teil der Steuerlast an den Löhnen und Gehältern hängt.

Statt Bestrafungsfantasien gegenüber Teilzeitbeschäftigten zu hegen und diese noch stärker auspressen zu wollen, braucht es eine Diskussion über ein gerechteres Steuersystem. Ein Steuersystem, wo Unternehmensgewinne und Vermögen wieder einen nennenswerten Teil zum Steueraufkommen leisten. Denn eines ist klar, bei den Milliardären unseres Landes ist sicher mehr zu holen, als bei den unfreiwillig in Teilzeit beschäftigten Frauen in den zahlreichen Niedriglohnbranchen.

Autor: Georg Erkinger (Bundesvorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblocks-GLB und Vorstandsmitglied der AK-Steiermark)

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