Kinderland steht für Kinderbetreuung in den Ferien, die Spaß, Action, Spannung und Abenteuer garantiert – und das Ganze schon seit 80 Jahren. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Preise für die Kindererholung so niedrig wie möglich zu halten. In diesem Interview gibt der Geschäftsführer von Kinderland Steiermark einen kurzen Rückblick sowie einen Ausblick in die Zukunft.
Ihr feiert heuer euer 80-jähriges Bestehen. Magst du uns kurz erzählen,wie Kinderland damals entstanden ist?
Amir: Kinderland wurde Anfang 1946 von fortschrittlichen Menschen aus der Arbeiter:innenschicht gegründet. Nach dem Krieg sollten Kinder und Jugendliche aus den zerstörten Städten geholt werden, um ihnen Normalität zurückzugegeben. Es ging darum, sie emotional und körperlich zu stärken. Anfangs wurden Spenden verteilt, später folgten organisierte Erholungsaktionen auf gemieteten Bauernhöfen, bevor eigene Einrichtungen gekauft wurden.
Was sind die Ziele und Schwerpunkte von Kinderland?
Amir: Durch gute Kontakte zu Stadt, Land oder dem steirischen Landesjugendbeirat versuchen wir uns als Lobby für Kinder, Jugendliche und Familien in der Steiermark einzusetzen. Kindeswohl ist ein hohes Gut und muss geschützt werden. Mit unseren niederschwelligen Angeboten möchten wir sichere Räume bieten, in denen sich Kinder und Jugendliche entfalten können.
Welche Angebote von Kinderland gibt es und wer kann bei euch mitmachen?
Amir: Unsere Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Familien und sind frei zugänglich. Egal ob bei Tagesveranstaltungen oder Feriencamps in unseren idyllischen Anlagen in St. Radegund bei Graz und am Turnersee in Kärnten, wir bieten Action, neue Erfahrungen und unvergessliche Momente – für die Kleinsten genauso wie für Jugendliche bis 16 Jahre. Danach kann man uns als Mitarbeiter:in oder Mitglied unterstützen. Wir suchen immer helfende Hände!
Was wünscht ihr euch für die Zukunft von Kinderland?
Amir: Ein stabiles gesellschaftliches und politisches Umfeld, das es uns weiterhin ermöglicht Kinder und Jugendliche ein Stück zu begleiten, ihnen Raum für Ihre Entwicklung zu geben und gemeinsam unvergessliche Erinnerungen zu schaffen.
Welche Unterstützung braucht es, damit eure Feriencamps auch für Familien mit geringerem Einkommen leistbar sind?
Amir: Durch soziale Preisgestaltung machen wir unsere Angebote für viele Familien zugänglich. Dennoch brauchen wir Unterstützung vom Land Steiermark. Wegen der angespannten finanziellen Lage wurde die Förderung für Feriencamps gekürzt. Früher konnten mit diesen rund 80.000 Euro ungefähr 400 Kindern und Jugendlichen pro Jahr die Teilnahme ermöglicht werden. Durch die Senkung der Einkommensgrenzen sind es jetzt weniger als die Hälfte davon. Besonders betroffen sind Familien, die dringend Hilfe brauchen, da sie sich das Camp oder einen eigenen Urlaub nicht leisten können. Der GLB reichte einen Antrag zur Verbesserung der Förderkriterien bei der steirischen AK-Vollversammlung ein. Wir freuen uns, dass er angenommen wurde und hoffen, zukünftig wieder mehr Kinder fördern zu können.